Geistliche Orientierung PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: NN   
Samstag, 02. Januar 2016 um 15:13 Uhr

Geistliche Orientierung im Neuen Jahr

Jeder Mensch verlangt nach Orientierung, und wir brauchen sie auch. Sie ist lebensnotwendig, gerade deshalb, weil unser Leben immer komplizierter und unübersichtlicher wird. Entsprechend ist die Zahl der Ratgeber und Experten, gebeten oder ungebeten, begnadet und informiert oder eben nicht, inflationär steigend. Aber immer mehr solcher Experten und Wegweiser führen uns doch immer schlechter (und sich dabei widersprechend), durch dieses Dickicht von Meinungen, Beeinflussungen, Weltanschauungen und Irrwegen. Orientierung muss daher heute mehr denn je heißen: die Geister zu scheiden. Niemand aber wird von sich annehmen wollen, diese Scheidung der Geister, die Unterscheidung von Führung und Verführung alleine vornehmen zu können. Wir brauchen den anderen dazu, verlässliche Wegweiser durch das Gestrüpp der Wegweiser. Die Mahnung des ersten Johannesbriefes, "prüfet die Geister", ist uns Christen wesentlich mit aufgetragen, nicht nur als Lebenshilfe, sondern mehr noch als Lebensaufgabe für den Glaubenden. Denn stärker als alles andere ist eben unser Glaube, der uns als Weg zu Gott, zur Wahrheit, zur ewigen Erfüllung dient, gefährdet durch den "Geist des Antichristen, über den ihr gehört habt, dass er kommt, und jetzt ist er schon in der Welt".

Das kirchliche Christusbekenntnis macht hierbei das nötige Merkmal zur Scheidung  der Geister aus! So wie es der Johannesbrief aussagt: "Jeder Geist, der bekennt, Jesus Christus ist im Fleisch gekommen, ist aus Gott" (1 Joh 4,2). Nicht subjektives Empfinden, besonderes gefühlsmäßiges Ergriffensein, rhetorische Fähigkeiten Medienwirksamkeit oder gar modische Trends sind hierbei brauchbare Kriterien, sondern allein die Lehre der Kirche, der ja der Beistand des Heiligen Geistes zugesagt ist. "Prüfet die Geister" heißt also immer: "Haltet an der Lehre der Kirche fest". Der Geist Gottes wirkt im Gehorsam der Kirche und im Gehorsam gegenüber der Kirche! Und besonders in einer Epoche der Kirchen-geschichte, die durch zunehmende Feindschaft der Welt gegenüber dem Glauben gekennzeichnet ist, muss der einzelne Katholik solcher kirchlicher, glaubenstreuer Orientierung durch das dafür bestellte Lehramt in der Kirche trauen können.

Nur in dieser Kirche nämlich bleiben Christusdogma, Christusfrömmigkeit und die Fülle der Geistesgaben zusammen gewahrt. Schließlich bringt das den Christen nicht nur zu einem vertieften geistgeschenkten Gottesverhältnis, sondern auch zu einem richtigen Selbstverständnis, zur eigentlichen im Glauben getragenen Selbsterkenntnis. Der alte Wunsch der griechischen Philosophen, erkenne dich selbst, kann nur im Glauben an den menschgewordenen Erlöser gelingen, da im Christentum weder Selbstüberschätzung noch Erniedrigung des Menschen unter seiner Würde möglich ist. Beides ist "Zeichen der Täuschung" (1 Joh 4,6).

Somit verpflichtet die Erfüllung mit dem Heiligen Geist die katholische Kirche auch zum kampfbereiten Zeugnis für die ihr geschenkte Wahrheit. Das Weihnachtsfest schenkt der Welt den Sohn Gottes, den Erlöser im Kind, obgleich die "Welt" dies nicht erkennt und die Anbetung schuldig bleibt. Orientierung für die Menschen heute ist ohne christlichen Glauben und Kirchentreue unmöglich. Jeder einzelne von der Weihnachtsbotschaft Erfüllte muss daher Anhaltspunkt zur Orientierung sein, indem er sich unter das Wort Gottes stellt.