Hochheiliges Osterfest PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: NN   
Sonntag, 10. April 2016 um 17:53 Uhr

Hochheiliges Osterfest
Die Schriften des Neuen Testamentes gehen alle davon aus, dass Jesus wahrhaftig und leibhaft auferstanden ist. Ohne die Auferstehung des Herrn wäre unser Christenleben und unser Glaube sinnlos. Auch unsere Schriftlesung kommt von dieser Voraussetzung her. Wir gehören ganz und gar dem Auferstandenen. So wie wir Anteil haben an seinem Leiden und Kreuz, so haben wir auch vollen Anteil an seiner Auferstehungswirklichkeit auf Grund der Taufe. Darum kann Paulus auch sagen: "Ihr seid mit Christus auferweckt ... und euer neues Leben ist mit Christus verborgen in Gott."

Noch warten wir auf die Offenbarmachung unserer Auferstehungswirklichkeit Christi, die wir an uns tragen, hat noch Verborgenheitsgestalt. Sie ist hineingehüllt in Niedrigkeit, Armseligkeit und Kreuzgestalt. Trotzdem aber soll von unserer neuen Wirklichkeit, die uns Christus durch sein Erlösungswerk erworben und in der Taufe geschenkt hat, etwas in dieser Welt offenkundig werden. Die Welt wartet darauf, dass durch unser Sein etwas von der neuen Herrlichkeit Christi, an der wir vollen Anteil haben, hindurchleuchtet auf unsere Umgebung. Vielleicht hat die Kirche und ihr gläubiges Volk deshalb in unseren Tagen soviel Anziehungskraft und Ausstrahlung verloren, weil unser erlöstes Sein durch uns zu wenig spürbar gemacht wird nach außen hin. Das machen ja die großen Gottesleugner den gläubigen Christen auch immer wieder zum Vorwurf. Wir sollten diesen Vorwurf nicht deshalb vom Tisch fegen, weil er aus dieser Ecke kommt. Vielmehr sollten wir uns alle fragen, ob darin nicht eine berechtigte Sache enthalten ist.

Christen sollten eine Freude darüber ausstrahlen durch ihr ganzes Sein, Wesen und Handeln hindurch, dass sie nicht einem toten, sondern einem lebendigen Herrn gehören.

Allerdings muss dann auch unser Leben mit unserem Glauben und erlösten Sein übereinstimmen. Dies meint der hl. Paulus wenn er sagt: "...darum strebt nach dem, was im Himmel ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt. Richtet euren Sinn auf das Himmlische und nicht auf das Irdische." Durch die Auferstehung Jesu sind wir dazu berufen, vom Himmel her und nicht mehr vom Irdischen aus zu denken und zu handeln. Vom Himmel her leben heißt sich frei machen von verkehrten irdischen Bindungen. Vom Himmel her leben heißt, dass wir uns nicht mehr an die irdischen Werte klammern so, als ob wir auf ewig hier zu Hausen wären. Vom Himmel her leben heißt, dass wir bereit sind, die irdischen Güter mit unseren Not leidenden Schwestern und Brüdern zu teilen. Deshalb macht ein himmlisches Leben mit Christus, dem auferstandenen Herrn, nicht blind für die Welt. Vielmehr öffnet ein solches Leben uns die Augen für die Anliegen, Nöte und Sorgen der Menschen in dieser Welt. So sind Menschen, die an der Auferstehungswirklichkeit Jesu Anteil haben, im besten Sinn nicht weltfremde, sondern gegenwartsbezogene Menschen. Die neue Herrlichkeit Christi lässt uns die Welt und die Menschen, die darin leben in einem neuen Licht sehen.