Maria gehört allen Völkern PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: NN   
Sonntag, 24. April 2016 um 17:25 Uhr

Maria gehört dem Volk

Sie gehört zu uns und wir gehören zu ihr. Sie ist die Beste von uns, von allen Menschenkindern. Freilich hat man das von Anfang an nicht so gesehen. Maria erfährt im eigenen Volk Ablehnung. Heißt nicht seine Mutter Maria? Das waren abwertend - wegwerfend gemeinte Fragen. Aber das hat sich im Laufe der Zeit gewaltig geändert. Schon nach der Auferstehung ist die Achtung ihr gegenüber sehr gestiegen bei den Aposteln und den Gläubigen. Denn Maria hat sich in keiner Weise in ihrem Zeugnis für Jesus Christus beirren lassen. Sie war die, die immer treu zu Christus stand. Maria war es, die das Wagnis des Glaubens, der vollen Hingabe an das Geheimnis Jesu allein im Vertrauen auf das Wort des unfassbaren Gottes eingegangen ist!

Ohne Maria hätte auch der Heilige Geist nicht die Menschwerdung des Herrn verwirklichen können. Und so hinreißend, so unwiderstehlich man die Kraft der Gnade beschreiben mochte: Niemals löscht Gott die Freiheit des Menschen aus. Wir haben - und das steckt unfassbar auch im Geheimnis der Menschwerdung - stets auch die Freiheit, Nein zu sagen, Nein zur Gnade und zu Gott. Nebenbei bemerkt, es fällt auf wenn man auf die Hände der Gottesmutter schaut, ob in Lourdes oder Fatima oder sonst an einem Erscheinungsort: Maria hat die Hände oft zum Gebet gefaltet, oder sie einladend geöffnet. Nie macht sie eine Faust, nie steht sie bestimmend vor uns: Immer ist bei allem Ernst, den ihre Botschaften ausdrücken, die Freiheit des Menschen gewahrt. Jeder kann sie annehmen oder ablehnen. Maria aber hat das Ja gesprochen, sie hat das Ja gelebt. Sie ist Urbild des Glaubens und doch eine, die wirklich über diese Erde gegangen ist, die mit beiden Füßen auf der Erde stand in Nazareth, in Bethlehem, in Jerusalem. Die kleine heilige Theresia - sie wurde zur Kirchenlehrerin erhoben - hat kurz vor ihrem Tod gefordert: "Damit eine Predigt über die heilige Jungfrau Maria Frucht bringe, muss diese ihr wirkliches Leben aufzeigen, so, wie es das Evangelium durchblicken lässt. Man muss kein vermeintliches Leben predigen." Also nicht Engelsgesang und Verzückung - das war zwar da, aber es war kurz, es war der kürzeste Abschnitt in ihrem Leben, nur einige Augenblicke. Ihr Alltag war lang und schwer, stellenweise sehr undurchsichtig, aber mit dem Licht des Glaubens hat sie sich in allen Situationen bestens zurechtgefunden. Wir müssten eigentlich stolz sein, dass wir eine solche Patronin haben, und müssten als ihre Anvertrauten auch zu ihr stehen. Ihr Glaubenszeugnis und ihre Liebe zu uns muss auf ein gutes Echo stoßen, muss eine unausweichlich positive Antwort im eigenen Herzen auslösen. Die Zeit fordert uns wirklich jetzt heraus. Die Probleme in sozialer, wirtschaftlicher, ökologischer und politischer Sicht wachsen uns über den Kopf. Der Glaube an den Sohn Gottes schrumpft immer mehr zusammen. Wir brauchen ihr Patronat: die Frauen und Mütter, die Männer und Väter, die jungen Menschen, die Priester. Ohne diese Mutter tappen wir im Dunkeln. Wir brauchen diese Mutter in einer Welt, die von Verherrlichung der Gewalt, die von Hass und Neid und Egoismus nur so strotzt, die von der Schmutzflut schon ganz überschwemmt ist.

Wenn der Mai schon alles neu macht, warum nicht auch unsere Liebe und unseren Einsatz für unsere Patronin? Ihr Angebot, ihre Hilfe steht. Wir müssen nur mit ihr zusammenarbeiten. Das wünscht und erbittet Ihr Pfr. August Jakob Schmitz