Komm, Heiliger Geist PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: NN   
Dienstag, 10. Mai 2016 um 07:58 Uhr

Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen........

Kaum haben wir mit dem Pfingstfest die Herabkunft des Heiligen Geistes gefeiert, zeigt uns die Kirche in den Lesungen das Wirken des Heiligen Geistes in der jungen Kirche. Petrus erkennt, dass nicht nur die Juden, sondern alle Menschen zum christlichen Glauben berufen sind - auch die Heiden, mit denen die überzeugten Juden keinen Kontakt pflegten.

Die Hauptrolle bei der Ausbreitung der Kirche spielt aber nicht die Predigt des Petrus, sondern der Heilige Geist. Seine Ausgießung über die Heiden ist das ausschlaggebende Argument für die Taufe der Heiden.

Nicht das menschliche Tun und Lassen, sondern der Heilige Geist spielt also die Hauptrolle in der Ausbreitung der jungen Kirche. Und das gilt auch für die ganze Geschichte der Kirche. Ohne das beständige Wirken des Heiligen Geistes und das Mitwirken vieler Menschen, wäre es undenkbar, dass die Kirche in den letzten 2000 Jahren unabhängig gewachsen ist.

Man könnte jetzt fragen: Warum erfüllt uns heute keine solche Pfingstbegeisterung? Man redet seit vielen Jahren von einer Krise der Kirche, was viele bedrückt und wenig hoffen lässt. Aber bedrängender als die erste Zeit der Kirche ist es doch heute wahrhaft nicht. Es gibt in Europa keine offene Christenverfolgung mehr, keine Märtyrer, die für den Glauben umgebracht werden. Der Glaube und die Kirche sind weitgehend frei. Warum dann kein Pfingstenthusiasmus?

Vielleicht trägt dies eine wesentliche Schuld: Weil wir heute in der Kirche auf alles andere setzen als auf den Heiligen Geist. Wohl ist noch davon die Rede, dass der Geist weht, wo er will, doch meist wird mit diesem Satz gewünscht, dass er genau dort und genau so weht, wie der Sprechende es sich einbildet. Da meinen wir, es müssten Neuerungen geschehen, Gremien und Räte gebildet und Kurse abgehalten werden. Es müssten Programme und Pläne entwickelt, Einrichtungen geschaffen und Synoden abgehalten werden, aus Furcht bisweilen sogar hinter verschlossenen Türen! Das ist unsere Situation heute: Ich sehe vor mir das Bild eines Konferenzraumes, Leute mit Arbeits-papieren vor sich, die mit diesen und mit sich selbst beschäftigt sind.

Worauf wir setzen sollten, ist der Heilige Geist, ist das Gebet um den Heiligen Geist. Das wird uns öffnen für sein Kommen. Der Geist Gottes fügt sich keiner menschlichen Planung! Es ist oft nur Geschwätz, wenn da geplant und ausgehandelt wird, wie die Kirche in Zukunft sein wird. Wenn sie die Kirche Jesu Christi ist, wird der Heilige Geist ihr blühendes Leben schenken. Wenn sie nur das Resultat unserer eigenen Ideen ist, wird sie weiter in die Krise rutschen. Denn der Geist entzieht sich der willkürlichen Verfügung, er wird den Betenden geschenkt.

Wo ist die Pfingstbegeisterung? Wir könnten fragen nicht nur im Blick auf das Leben der Kirche, auf ihrem Weg durch die Geschichte, sondern auch im Blick auf unser eigenes Leben. Auch hier gilt: Vielen von uns fehlt dieser Pfingstenthusiasmus - uns, die wir doch getauft und gefirmt sind; wir sind oft so ohne Hoffnung und Schwung, oft nur niedergeschlagen und bedrückt. Worauf wir auch im eigenen Leben setzen sollten, das ist der Heilige Geist, das tägliche Gebet um den Heiligen Geist.