Was ist dir heilig? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: NN   
Samstag, 23. Juli 2016 um 10:40 Uhr

Was ist dir heilig?


Jeder Mensch hat etwas, das ihm heilig ist. Was heißt das: Einem Menschen ist etwas heilig? Woran erkennt man das, wie wirkt es sich aus? Wenn ich sage: "Das ist mir heilig", dann steht für mich fest: Das ist mir eine Herzensangelegenheit, daran halte ich fest, das lasse ich mir nicht nehmen, das ist unantastbar, das wird behütet und gehegt. Was einem Menschen heilig ist, kann alles Mögliche sein: handfeste, kostbare Dinge, Zeiten, Orte, Veranstaltungen, Tätigkeiten und vor allem Personen. Einem Kind kann sein Spielzeug heilig sein, einem Autonarren sein Wagen, einem Fußballfan sein Verein. Was dann zur Folge hat, dass ihm auch die Spielzeit oder die Zeit der Sportschau heilig ist. Vielen Menschen ist ihr Bankkonto mehr oder weniger ein Heiligtum.
Auch Erinnerungen können einem heilig sein - Kindheits- und Familienerinnerungen, Orts-, Beziehungs- oder Kriegserinnerungen. Vielen Kriegsteilnehmern ist die Erinnerung an diese, an die Kameradschaft und die Kameraden heilig. Wenn jemand abschätzig darüber redet, es in Frage stellt oder kritisiert, reagieren sie gereizt und sind verletzt. Was Jemandem heilig ist, das hält er in Ehren, darauf lässt er nichts kommen, dafür steht er sich ein, dafür nimmt er Kosten und Mühen in Kauf.
Wir alle brauchen etwas, das uns heilig ist. Denn das, was uns heilig ist, gibt unserem Leben einen Inhalt und einen Sinn. Es ist etwas, von dem her und auf das hin wir leben. Wer etwas hat, das ihm heilig ist, wird dafür auch kämpfen. Er ist bereit, notfalls dafür zu leiden - und, wenn sein muss, dafür sogar zu sterben. Es ist also nicht gleichgültig, was uns heilig ist. Jeder möge sich Rechenschaft geben, was es bei ihm ist. Denn wir sind selber zuständig und verantwortlich für das, was sich in unser Herz einnistet und was wir darin legen und pflegen.
Was ist es wirklich wert, dass es uns heilig ist? Dazu gibt uns die Heilige Schrift Weisung und Orientierung. Im ersten Petrusbrief lesen wir die Aufforderung: "Haltet in eurem Herzen Christus, den Herrn, heilig (3,15). Es ist eine Art Kurzformel für das, was ein Christ ist: ein Mensch, dem Christus heilig ist und der Christus heilig hält. Wenn wir Christus heilig halten, werden Kräfte frei und Energien erzeugt, die in die Welt hinein wirken. Christus ist kein privates Heiligtum, keine Verschlusssache, die andere nichts angehen würde. Das streicht der Apostel eigens heraus, weil es manchmal missverstanden wird: "Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt" (1Petr 3,15b).
Wer Christus als Herrn in seinem Herzen heilig hält, hat eine Hoffnung, auch dort, wo es hoffnungslos aussieht. Wenn wir Christus heilig halten, werden wir wider-standsfähig gegenüber Götzen, Verführern, Mächten und Gewalten, die täglich nach uns greifen und sich festsetzen wollen in unserem Herzen. Wenn jemand Christus heilig hält, wird ihm auch der leidende, der kranke, der behinderte, der bedürftige, der alte Mensch "heilig" sein - der "geringste Bruder", der das Angesicht Christi trägt. Weil uns und wenn uns Christus, der Herr, heilig ist, ist uns auch der Sonntag als "Herrentag" heilig. Und wenn wir Christus heilig halten, wird uns auch die Stunde der Messfeier heilig sein, die Feier von Tod und Auferstehung Christi.
Es gibt vieles, was sich uns aufdrängt und sich in unserem Herzen einnisten will. Achten wir also darauf, dass wir Christus, den Herrn, in unserem Herzen heilig halten.