Mariä Aufnahme PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: NN   
Mittwoch, 10. August 2016 um 10:46 Uhr

Maria Aufnahme in den Himmel

1) Mariens Herrlichkeit - Frucht des Wirkens Gottes und ihrer Antwort.

Maria ist die selige Jungfrau - selig, weil vollkommen Jungfrau: In jedem Augenblick ihres Lebens hat sie sich bis in die letzte Herzenstiefe Gott zu eigen gegeben. Diese Reinheit des Herzens, diese nie in Frage gestellte Ungeteiltheit und Hingabe Mariens ist zuerst und vor allem Werk Gottes. Er hat sie "vor aller Sünde bewahrt".

In dieses Tun Gottes aber hat Maria ihr eigenes Tun eingefügt: Aus freier Entscheidung ist sie mit der ganzen Kraft ihres Herzens in der Nähe Gottes geblieben. Sie hat sich von ihm, der sie bewahren wollte, auch bewahren lassen, einfach und schlicht wie ein Kind, und sich nicht eigensinnig andere, eigene Wege gesucht.

Und wie sie so Anteil hat an dem Bewahrtbleiben vor der Schuld, so hat sie auch Anteil an dem, worauf dieses bewahrende Tun Gottes zielte: an der Menschwerdung Jesu Christi. Auch dieses ist ganz und gar Werk Gottes - und doch nicht ohne Maria geschehen: Sie durfte und sollte einmal ihr freies Ja dazu sagen, und sie hat dieses Ja dann ein Leben lang festgehalten; sie hat es bewahrt und bewährt im vorbehaltlosen Dienst für Jesus Christus bis unter das Kreuz.

Mariens Erhobenwerden zur Herrlichkeit des Himmels ist die Frucht dieses Tun Gottes und ihrer liebenden Antwort. Weil sie niemals etwas von dem, was Gott ihr gab - keine Kraft des Leibes oder der Seele - dazu benutzt hat, ihrem eigenen Willen zu dienen statt dem seinen, und weil sie so nichts von dem, was Gott vollendet erschuf, verdorben, sondern es vielmehr durch den Dienst für Jesus Christus geheiligt hat, darf sie nun mit Leib und Seele an der Herrlichkeit ihres Sohnes teilnehmen. Weil sie ihm alles geschenkt hat, was sie auf Erden besaß, schenkt er ihr nun alles, was er im Himmel besitzt. Weil sie seine Armut und sein Leiden teilte, teilt er nun seinen Reichtum und seine Herrlichkeit mit ihr.

2) Maria, Zeichen der Hoffnung für uns

Was Gott an Maria getan hat, ist für uns ein Zeichen der Hoffnung und des Trostes, das uns helfen soll, auf dem rechten Weg zu bleiben, damit auch wir zu der Glorie gelangen, in der wir sie heute sehen.

Wir sind noch unterwegs und damit auch noch in der Gefahr, das Ziel aus den Augen zu verlieren und den Weg ganz zu verfehlen oder müde auf ihm zurück zu bleiben. Der Blick auf Maria kann uns helfen. Er zeigt uns: Es gibt das tatsächlich, wonach wir verlangen. Es gibt diese Vollendung, in die alles eingeht, was wir sind und was zu uns gehört, auch unser Leib; es gibt diese Herrlichkeit, die unser ganzes Leben verwandelt und ihm ewige Dauer schenkt - ein Mensch hat sie schon erreicht, ein Mensch wie wir. Was Paulus (2Kor 5,1) beschreibt: "Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von Händen errichtetes ewiges Haus im Himmel." - Maria erfährt es bereits. Darum ist sie ein Zeichen der Hoffnung, das uns stärkt wenn der Weg mühsam ist - letzlich oft deshalb so mühsam, weil wir nicht genug auf dieses selige Ziel schauen, sondern uns aufreiben in Dingen, die es nicht wert sind. Mariens Vollendung lenkt unseren Blick auf die großen Wirklichkeiten: auf Gott, auf seine Liebe und Herrlichkeit, auf die ewige Gemeinschaft der Heiligen, auf den neuen Himmel und die neue Erde, für die wir mit Leib und Seele geschaffen sind und die Gott für alle bereit hält, die ihn lieben, die ihn in ihrem Leben wirken lassen und die sich mit dem ganzen Ja Jesus Christus zur Verfügung stellen und seine Wege mitgehen, wohin immer er geht - in das Leiden und in die Herrlichkeit. Amen!!